Dreieinhalb Wochen

Seit dreieinhalb Wochen bin ich „on Blog“. Bin versunken in meiner kleinen Blogwelt. Zu Beginn habe ich kurz in die „Zero to Hero“ Tipps reingelesen und sofort wieder weggeklickt. „Zuviel Info! Ich will schreiben! Jetzt!“ Das war der Antrieb der ersten Tage. Es lief.

So langsam, aber beharrlich, rückt mir die Denkerin auf die Pelle. Was interessiert die Welt? Was willst du sagen? In welcher Sprache erreichst du die Leser?

Heute die erste Flaute: Einige Bilder und Überschriften parat. Kopf leer. Herz in Aufruhr. Ich ziehe die wordpress Tipps zurate. An Tag 4 hätte ich meine Blogger-Nachbarschaft grüßen sollen („Blogging Day Four: Say Hi! to the Neighbours“). Habe ich nicht. Verpasst.

Scheiße!

Reue. Unverzeihlich!?

Hallo?… Ein eindringlicher Nachschub:

Hi, Ihr alle! Hallo Welt! Hallo Nachbar!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Schön, dass du diesen Beitrag liest!

Ich bin wirklich von mir enttäuscht. Vor eineinhalb Wochen, an Tag 11, habe ich einen Beitrag zur Nächstenliebe („Love your neighbour“) geschrieben. Intuitiv. Der wordpress-Heldentipp für diesen Tag lautete: „Be a good neighbour!“ Und was war ich? Ein Moralapostel! Viel Schreiben, wenig machen. Ich habe euch, liebe Mitblogger, ganz vergessen. Ziemlich daneben. Aber irgendwie menschlich. Und eine wichtige Selbsterkenntnis. Auch richtig Bloggen will gelernt sein.

Ich möchte mich bei euch allen bedanken, die ihr in den letzten dreieinhalb Wochen meinen Blog verfolgt und meine Beiträge gelesen habt. Danke an alle, die mir inzwischen folgen, an alle, die an meinen Gedanken Gefallen gefunden haben!

Ich bleibe on Blog. Mache das Private öffentlich. Nicht Alles, aber Vieles. Ich freue mich, mit euch, liebe Blog-Community, dieses Medium zu bereichern. Lieber Nachbar, bitte verzeih, dass ich so mit der Einrichtung meines Blogs beschäftigt war, dass ich noch gar nicht dazu kam, über den Gartenzaun zu schaun. Und jetzt, Thema beiseite…lasse ich die Korken knallen. Ein Hoch auf unsere gute Nachbarschaft!

One Dimensional Man

Lieber Leser,

warum schreibe ich diesen Blog? Weil ich gern schreibe. Weil ich mich selbst therapiere. Weil ich Gottes Wirken in meinem Leben spüre. Weil ich mir sage: geh deinen eigenen Weg! Weil mir der Weg der Welt nicht gefällt, wie ihn die Band DEAR READER in ihrem Song „Way of the World“ beschreibt:

It’s the way of the world as you know it
It’s the weight of the words as I spoke them
Are you sure that you know where you’re going
Are you working it out.

(Dies ist nur ein Auszug – guter Song – lohnt sich, mal reinzuhören!)

Ich bin nicht sicher, wohin ich gehe. Doch das ist auch nicht entscheidend. Ich gehe meinen Weg mit Gott in der Welt und mit diesem Blog kannst du mich ein Stück begleiten. Ich richte mich nicht nur an Christen. Dieser Blog richtet sich an alle, und explizit auch an dich.

Ich bin Christin und Philosophin und sovieles Mehr. Multidimensional! Im Kontrast zum „One Dimensional Man“, wie ihn der Philosoph Herbert Marcuse beschreibt.

Mit diesem Blog möchte ich Menschen ansprechen, die auch nach dem qualitativ anderen in dieser Welt suchen. Es ist nicht entscheidend, ob du glaubst oder nicht. Vielleicht inspiriert dich einfach der ein oder andere Beitrag, dich auf den Weg zu machen und ermutigt dich, unverwechselbar Du zu sein. Anders als Marcuse (für den eine befreite Gesellschaft eher Utopie war) bin ich sehr optimistisch, dass wir eindimensionales Denken, Fühlen und Handeln überwinden können. Und für mich braucht es dazu keine neue Moral. Für mich braucht es die Hinwendung zur eigenen Natur, zum Göttlichen in uns, das uns unseren je einzigartigen Weg weist in dieser Welt.

Schön, wenn dich meine Zeilen erreichen.

 

Alles nur Fassade

Manchmal, wenn ich in Nürnberg an den vielen Mietshäusern mit buntem Anstrich vorbeigehe, würde ich gerne einen Blick hinter die Fassade werfen. Betrete ich eine Wohnung, eröffnet sich mir eine Innenwelt, die oft ganz anders ist, als das, was ich mir zuvor ausgemalt habe. Zumeist bin ich sehr positiv überrascht – nicht von der Einrichtung als solches (ja, manchmal auch das!): Ich fühle mich wohl, in fremden Wohnungen zu Gast zu sein. Für mich sind dies Einladungen, einander in einer anderen Weise zu begegnen als wir das im Alltag, auf der Arbeit, beim Sport, auf der Straße oder beim Einkaufen tun. Die Person zeigt mir etwas mehr von sich. Sie zeigt mir, wo sie zu Hause ist, dort, wo sie – und wenn sie es nur für sich alleine und für kurze Zeit tut – ihre Masken abnimmt. Die Wohnung eines Anderen zu betreten, das hat für mich etwas Heiliges. Ich betrete ein Stück Intimssphäre des Anderen. Ich erlebe das als große Bereicherung. Ich bin dankbar und bemühe mich, der Person und ihrer Wohnung mit entsprechendem Respekt zu begegnen.

Ein Gedankenspiel: Ich klingele unten an der Haustüre, in Vorfreude und Neugier darüber, was mich oben erwarten wird. Ich stelle mich darauf ein, dass ich die Wohnung betrete, mir die Schuhe ausziehe und auf einem Sofa oder Stuhl Platz nehme, die Bilder und Dekoration beschaue, während mir mein Gastgeber einen Tee oder Kaffee kocht und ein paar Kekse auf den Tisch stellt – als Auftakt sozusagen, bevor wir zu erzählen beginnen… Doch dann – die Haustüre öffnet sich – übertrete ich die Schwelle und finde mich schlichtweg auf der Hausrückwand wieder. Kein Hausflur, keine Wohnungstüre, keine Innenansicht. Alles nur Fassade! Da stehe ich nun – bleibe außen vor. Enttäuschung macht sich breit. Leere. Was soll das? Ich werde sogar ein bischen wütend. War das etwa alles nur Show?

Das Wort „Fassade“ beschreibt laut Duden neben der vorderen Außenwand eines Gebäudes ein „äußeres Erscheinungsbild, das über den wahren Hintergrund, das eigentliche Wesen von jemandem, nichts aussagt, es verbirgt.“ Im Alltag ist Vieles ersteinmal Fassade. Wir alle tragen unsere Masken. Es ist kaum möglich, ohne etwas Fassade als ganzer Mensch in unserer Gesellschaft zu bestehen. Nur ich befürchte: viele Menschen wissen gar nicht, wer und was sie als Ganzes und im Innern sind. Oder sie haben Angst davor, sich damit zu zeigen. Wir werkeln an unserer Fassade: an unserer Kleidung, der Figur, dem Erscheinungsbild. Und wir vergessen dabei unser Inneres zu pflegen, unsere Gedanken, unser Herz.

Für mich hat es einen ganz besonderen Wert, wenn mich Menschen hinter ihre Fassade blicken lassen. Ich freue mich, Menschen zu treffen, die nicht so supersaniert aussehen, Menschen, die in ihrer Natürlichkeit erstrahlen, Menschen, die authentisch sind. Das ermutigt mich, mich auch so zu zeigen. Doch wie schaut Gott auf uns, auf dich und mich?

Gott läßt sich durch menschliche Fassaden nicht täuschen. Er sieht unser Herz und unsere Gedanken, ob wir Ihn bewusst einlassen oder nicht. Das kann vielleicht, sollte dir aber keine Angst machen. Gott ist nicht der „big brother“ eines Überwachungsstaates, der uns kontrolliert und alle Details zu unserer Person gnadenlos gegen uns verwendet. Im Gegenteil: Dass er mich kennt und sieht, wie ich wirklich bin und mich genauso liebt, das nimmt mir die Angst, das gibt mir Freiheit: Ich brauche mir nicht den Kopf zerbrechen, wie ich am besten Eindruck bei Ihm schinde. Ich muss mich nicht sorgen, wenn ich bei Seinem unangekündigten Besuch meine „Gedankenbude“ nicht aufgeräumt habe. Er kommt einfach gerne zu mir, weil Ihm an mir gelegen ist. Er freut sich bei mir und mit mir zu sein. Er braucht keinen Kaffee, keine Kekse, kein Geplänkel.

Ich bin mir sicher: Er hat seine Freude an meiner Echtheit, wenn ich so bin, wie Er sich das gedacht hat. Ohne Maske, ohne Schein. Echtsein in einer Gesellschaft, die voller Schauspiel und Maskerade ist, ist eine Herausforderung. Doch ich finde: Diese Show muss nicht weitergehen! Gott zeigt mir, dass ich mich vor dem Echtsein nicht fürchten muss. Ich wünsche uns allen mehr Mut, uns selbst mit allem, was wir sind und dort, wo wir sind, zu zeigen. Ich wünsche uns, dass wir einander einladen, hinter die Fassade zu blicken, um die Schönheit des Echten zu erleben.

Weisheit

Wir Menschen wollen die Welt verstehen. Wir ergründen, forschen, fragen. Mal ehrlich: Ist es bei all dem Wissensdurst nicht auch so, dass es uns manchmal gar nicht um Erkenntnis geht, sondern vielmehr um unser Ego? „Denn Wissen selbst ist Macht“, formulierte der englische Philosoph Francis Bacon. Wissen ist umkämpft. Nichtwissen ist peinlich.

Zugegeben: Ich habe gerne auch mal Recht und weiß über dies&das Bescheid. Trotz oder gerade wegen meines Studiums weiß ich aber auch, dass ich Vieles nicht weiß. Bei aller Liebe gestehe ich außerdem: Ich habe so meine Schwierigkeit mit der Spezie „Schlauberger“. Die gibt es nach meiner Erfahrung allerdings bei jeder Gelegenheit: Am Stammtisch, bei Seminaren und auch in Gemeinden. Herr und Frau Neunmalklug wissen es besser als alle Anderen und haben gern das letzte Wort. Zahlen, Fakten, Halbwahrheiten, die kennen sie gut. Ich gebe meist nach ein, zwei Sätzen nach und beschäftige mich stattdessen mit der Speisekarte, male Schnörkel an Überschriften oder bitte Gott um Freundlichkeit diesen Menschen gegenüber.

Wenn dir das bekannt vorkommt, dann kannst du mir vielleicht auch hierbei zustimmen: Manche Dinge entziehen sich einfach unserem Verstand. Es gibt Phänomene, die wir nicht erklären können. Manchmal im Leben kommen wir an einen Punkt, da wissen wir nicht mehr weiter. Da nützt alles Wissen nichts. Da braucht es Weisheit.

Doch was um Himmels Willen ist Weisheit? Gibt es die tatsächlich mit Löffeln oder wo um alles in der Welt bekomme ich die her? Nun. „Weisheit heißt: sehen und begreifen, wie die Welt ist und wie Gott ist“, so sagt es Johannes Hartl bei der MEHR Konferenz 2015. Ich bin gestern, als ich so nach Inspiration für diesen Beitrag suchte, auf seinen Vortrag „Der Anfang der Weisheit“ bei Youtube gestoßen. Absolut empfehlenswert! Ein paar seiner (!) und meiner Gedanken möchte ich hier teilen. In der Bibel lesen wir: „Alle Weisheit beginnt damit, dass man Ehrfurcht vor Gott hat. Den heiligen Gott kennen, das ist Einsicht!“ (Sprüche 9 / 10). Furcht heißt laut Hartl in diesem Kontext, eine realistische Einschätzung davon zu haben, wie (klein und limitiert) ich als Mensch bin und eine Ahnung davon zu bekommen, wie (groß) Gott ist. Gottesfürchtig sein bedeutet: Ich habe Respekt vor Gott, vor Seiner Größe. In Sprüche 14 / 27 heißt es im Zusammenhang mit dieser Gottesfurcht weiter „Die Furcht des Herrn ist eine Quelle des Lebens, um den Schlingen des Todes zu entgehen.“

Wer leben will, tut also gut daran, gottesfürchtig zu sein. Das heißt, anzuerkennen: Gott ist der Herr! Egal, ob Gott gibt oder nimmt, ob ich verstehe oder nicht, ob ich leide oder lache, Ihm gebührt die Ehre. Diese Haltung ist unserer menschlichen Natur fremd. Wir wollen uns nicht unterwerfen. Selbst im Leiden und in verzweifelter Unwissenheit ringen wir, bevor wir kapitulieren. Wir suchen uns Schlupfwinkel, um die Herrschaft unseres eigenen Egos aufrechtzuerhalten. Dabei liegt in jeder Krise eine große Chance, Gottes Herrlichkeit, Weisung und Weisheit ganz neu zu erfahren. Indem wir seine Größe anerkennen und um seine Weisheit bitten, können wir erleben: Gottes Herrschaft ist keine Despotie. Auch wenn Seine Wahrheit unserem Ego vielleicht nicht ganz so gut gefällt, Gott will uns nicht fertig machen. So fordert Hartl in seinem Vortrag: „Komm heraus aus dem Gefängnis der Herrschaft deines Egos, deines Verstandes, und deiner kleinen Welt!“.

Gott bietet uns eine Weisheit an, die alles bisherige Wissen übersteigt: „wenn du auf mich hörst, wirst du vertraut mit dem, was richtig, gerecht und gut ist. So kannst du ein Leben führen, das Gott gefällt. Du erlangst Weisheit und lernst, das Leben zu meistern; darüber wirst du dich selbst am meisten freuen. Du lernst, wohlüberlegt zu handeln und dir selbst ein Urteil zu bilden. So wirst du vor Fehlern bewahrt. Du bist gewappnet gegen Menschen, die mit ihren Worten andere täuschen und selbst krumme Wege gehen.“ (vgl. Sprüche 2 / 1-22) Ist das nicht wunderbar? Weisheit finde ich bei Gott. Er ist da, wenn ich nicht weiter weiß. Er „weist“ mir den Weg.

Für alle, deren Ego schwer bezwingbar ist, möchte ich als Ermutigung wie Hartl schließlich noch auf Hiob 42 / 1-5 hinweisen. Dort spricht Hiob – der zutiefst gelitten hat – zu Gott: „Nun weiß ich, dass du alles kannst, kein Vorhaben ist für dich undurchführbar. Ja, ich habe in Unkenntnis über Dinge geurteilt, die zu wunderbar für mich sind, ohne mir darüber im Klaren zu sein. Du hast gesagt: ‚Hör zu, ich will reden! Ich will dir Fragen stellen, und du sollst sie mir beantworten.‘ Bisher kannte ich dich nur vom Hörensagen, doch jetzt habe ich dich mit eigenen Augen gesehen.“ In diesem Sinne würde ich sagen: Fangen wir lieber heute schon an, Gott zu ehren und Ihn und die Welt zu sehen, wie sie wirklich ist! Denn das, lieber Leser, liebes Ego, ist der Anfang aller Weisheit.

Preisgarantie

Alles hat seinen Preis. Meinen Weg mit Gott zu gehen, das kostet mich etwas:

1. Gott die Ehre geben und mich von selbst geschmiedeten Plänen lossagen.

2. Gegen den Strom schwimmen und Konfrontationen aushalten.

3. Entscheidungen wider aller Vernunft treffen, Risiken eingehen und auf Gottes Versorgung vertrauen.

4. Mich mit meiner Zeit, meinem Geld und mit Engagement ins Reich Gottes investieren – zum Wohl meiner Mitmenschen.

In der Summe macht das: Einen Lebensstil der Nachfolge, bei dem ich mich mit Körper, Geist und Seele auf Jesus einlasse – 7 Tage die Woche à 24 Stunden. Das kann zuweilen sehr anstrengend, kräftezehrend und herausfordernd sein. Aber es lohnt sich. Denn: Gott macht keine leeren Versprechungen. Wir können Seiner Liebe gewiss sein. Keine Täuschung, keine Tricks. 100% neues Leben: geliebt, befreit, heil.

Prognose: 100% sicher

Ja, es ist gut, unserem Gott Loblieder zu singen!
Ihn zu loben, macht froh und ist wunderschön!
Er heilt gebrochene Herzen und verbindet Wunden.
Er zählt die Sterne und nennt jeden einzelnen beim Namen.
Er bedeckt den Himmel mit Wolken und
spendet der Erde Regen.
Er lässt auf Bergen grünes Gras sprießen.
Er hat deinem Volk Frieden geschenkt und
dich mit bestem Weizen gesättigt.
Er schickt Schnee wie weiße Wolle und
streut auf den Boden Reif wie Asche aus.
Er schleudert Hagel wie Steine.
Wer kann in dieser Kälte überleben?
Doch auf sein Wort hin schmilzt alles wieder.
Er schickt seine Winde, und das Eis taut.
Halleluja!
Auszug aus Psalm 147

Lady Di & Jesus

Als ich die bepflanzte Dianakiste sah, dachte ich an Lady Di. Also schnell in die Rolle der Paparazzi schlüpfen und den Auslöser drücken. Als Diana Frances Spencer, Prinzessin von Wales, 1997 ums Leben kam, war ich 13 und im Urlaub in Tunesien. Von ihrem Verkehrsunfall erfuhr ich aus einem Stapel Bildzeitungen am Hotelkiosk. Da registrierte ich auch ihren Beinamen als „Königin der Herzen“. Ich habe dem Trubel um ihre Person kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Ich habe mich nie wirklich für Königshäuser interessiert. Stattdessen konnte ich mich für „Königin Pastete“ und die Kakteenblüte einer „Königin der Nacht“ begeistern.

Am Aufsessplatz in der Nürnberger Südstadt ist gerade Kirmes. Da las ich im Vorbeiradeln an einer Süßwaren-Verkaufsbude die Aufschrift „Königin der Nüsse“. Wir Deutschen lassen uns scheinbar gut mit Royalem locken. Etwas Adel muss wohl auch hierzulande sein. In Ordnung.

Zurück zum Ausgangspunkt dieses Blogbeitrages: Wie komme ich auf den Titel „Lady Di & Jesus“? Nun. Ich frage mich: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Lady Di und Jesus? Was denkst du?

Ich sage ganz klar: „Ja!“ Nämlich: Beide hatten starken Vorbildcharakter. Sie als künftige Königin Englands, Er als verächteter und geehrter König der Juden. Beide hatten Befürworter und Gegner. Beide haben sich für das Wohl der Menschen eingesetzt. Beide sind auf tragische Weise ums Leben gekommen. Soweit eine Skizze des Zusammenhangs. Kein Vergleich!

Vorbilder zu haben – männliche und weibliche – ist wichtig. Gott sei dank gibt es auch in unserer Gesellschaft immer wieder Personen, die wir uns zum Vorbild nehmen können. Ich finde es dennoch schade, dass sich der Großteil junger Menschen heutzutage eher für Menschen wie Nelson Mandela, Che Guevara oder den Dalai Lama interessiert als für Jesus. Woran liegt das? Ich frage mich: Würden sich die Paparazzi so auf Jesus stürzen wie auf Lady Diana? Würden die Tageszeitungen, Glamour- und Lifestylemagazine ihn als uninteressant für den Mainstream klassifizieren? Bekäme Jesus eine Doppelseite, einen Zweizeiler im Newsticker oder würden Text und Bild in der Schublade landen, um dann vielleicht einmal eine Lücke zu füllen?

Ich erlaube mir und dir dieses Fragen und lasse dir selbst den Freiraum, zu antworten. Bei aller Medienkritik, beobachte ich, wie Jesus im Internet Raum und Aufmerksamkeit bekommt. Mein Blog ist ein Beispiel dafür. Und es gibt soviel mehr. Das freut mich! Ich will dich abschließend auf eine schweizerische Internetseite hinweisen: www.jesus.ch. Dort gibt es eine spannende Beitragsserie zu Jesus als Vorbild. Königlich! Klick dich ein!

Jüngerschaft leben

Vor zwei Jahren fing ich an, Jesus intensiver zu suchen. Ich hatte mich im Jahr 2009 bekehrt, eine Gemeinde und einen Hauskreis. Doch mein Leben fühlte sich nicht so neu an, wie ich gehofft hatte. Die erste Euphorie darüber, dass Gott mit mir war, ist und sein wird, und dass ich in Ihm einen ständigen Wegbegleiter habe, war verpufft: zuviel Arbeit, zuviel Anforderungen, zuviel Ausnahmezustand. Kein Seelenfrieden. Die Welt um mich herum erschien mir immer verrückter, verdorben und machte mir große Angst.

In dieser Not sprach Gott an verschiedenen Orten dreimal durch dieselbe Bibelstelle zu mir: Die Berufung der ersten Jünger am See Gennesaret (Lukas 5 / 1-11). Dort appelliert Jesus an Petrus: „Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.“ Starke Worte. Die erstaunten, erschrockenen Fischer reagieren: „…sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach“, heißt es weiter. Diese Zeilen trafen mich mitten ins Herz. Ich wusste, dass sie auch an mich gerichtet waren. Ich wusste allerdings nicht, wie ich sie verstehen sollte. Heute begreife ich, wie sehr mich Jesus dadurch beschenkt hat.

Zunächst las ich diese Worte als Impuls, Job und Wohnung zu wechseln, meinen Kram zu verscherbeln und zu einem Missionseinsatz aufzubrechen. Ganz so „einfach“ war es jedoch nicht. Immer wieder neu diese Verse zu lesen, lies mich verstehen, dass Jesus damit noch viel mehr meinte. Loslassen nicht nur von Gütern, sondern von Menschen, von Situationen, von falschem Gedankengut, von altem Seelenbalast.

Das war und ist weiterhin extrem schwer. Jesu Worte am See, gaben und geben mir Mut, zu handeln. Trotzdem strauchle ich, zweifle ich, weine ich und ärgere ich mich. Ich bin in einer Phase des Übergangs. Weg vom Alten, hin zum Neuen. Allmählich bekomme ich eine Ahnung davon, was Gott noch alles Schönes für mich vorgesehen hat. Draußen nach wochenlangem Beobachten die vielen Knospen aufbrechen zu sehen, das gibt mir Zuversicht und Stärke, die Zwischenzeit zu bestehen. Durch Erfahrungen aufrichtiger Liebe und Begegnungen in meiner Gemeinde und mit anderen Menschen, erlebe ich: Das Leiden hat nicht das letzte Wort. Jesus sieht das Leid dieser Welt, aber er lässt sich davon nicht ängstigen, nicht lähmen, nicht beirren. Er lebt! Und ich folge Ihm. Ich bin erst am Anfang meiner Jüngerschaft. Am Anfang, neu zu leben. Aber ich bin gewiss: Er ist bei mir bis an der Welt Ende (vgl. Matthäus 28 / 20).

Volle Kraft voraus

Immer Vollgas geben. Mit ganzer Kraft für eine Sache kämpfen. Sich für eigene Anliegen stark machen. Das finde ich wirklich nicht leicht. Ich bin mehr als einmal daran gescheitert. Geht dir auch manchmal die Puste aus? Bist du wider der Handlungsmaxime „Stark bleiben!“ schon einmal schwach geworden und hast dich klein, elend und kraftlos gefühlt?

Ich habe viele Jahre meines Lebens weit über 100 Prozent gegeben. Ja, das geht. Bei mir ging das jedenfalls so: Ich habe mein Leistungskonto gnadenlos überzogen und rote Zahlen geschrieben. Die Auswirkungen davon spüre ich deutlich. Ich bin dem Irrglauben erlegen, zunächst, alles aus eigener Kraft schaffen zu können, dann, alles aus eigener Kraft schaffen zu müssen.

Ich kann es nicht aus eigener Kraft schaffen. Nicht mein Leben lang. Und, weil ich es auch gar nicht muss, will ich es auch nicht. Ich halte die Hände auf. Ich bitte Gott, um seine Kraft, um seine Herrlichkeit. Ich bitte Ihn darum, dass er mich neu erfüllt. „Gieße ströme des lebendigen Wassers aus über mir“, singen wir im Gottesdienst. Wenn ich vor Gott kapituliere, immer wieder, dann erlebe ich eine ganz andere Kraft in mir. Seine Kraft. Diese Kraft ermöglicht mir, zu sein und zu tun, was ich für unmöglich hielt. Nein, diese Kraft verhilft mir (leider) nicht zu Ruhm und Ehre! (Aber:) Diese Kraft verhilft mir, zu werden, wer ich bin. Unvergleichlich. Einzigartig.

Mit dieser göttlichen Power schaffe ich es, aufzustehen, wenn ich gefallen bin. In dieser Kraft schaffe ich es, auch mal getrost den Fuß vom Gas zu nehmen und im Sosein auszuharren. Dabei spüre ich, welche Kraft allein in meiner Existenz liegt, ohne schon direkt an den nächsten Schritt, das nächste Tun zu denken. Und dann – Schritt um Schritt gegen den Strom – führt mich Gott mit Seiner Kraft zu neuen Ufern. Er führt mich volle Kraft voraus in ein neues Leben, jenseits des Mainstreams. Mit dieser göttlichen Erfahrung klingt das Lied von Xavier Naidoo nochmal ganz neu in meinen Ohren:

„Wenn du Angst hast, dann verwirf sie jetzt!
Warum sollst du scheitern?
Du wurdest darauf angesetzt,
Himmel und Erde zu erweitern.
Volle Kraft voraus, wir sollten uns beeilen.

Volle Kraft voraus, zu den Tagen, die uns heilen.“

Ich wünsche dir einen ähnlich heilsamen Klang, der dich befreit, mit ganzer Kraft zu sein und zu leben. Heute. Hier und Jetzt!

Komm herunter!

Ein Frauentorso aus einem Schaufenster in einem Obstbaum. Gesehen beim Spazieren entlang der Schrebergärten am „Baggerloch“. „Wie schön sie ist, wohin geht ihr Blick, wer sie da wohl hingesetzt hat?“, frage ich. Sie ist so verborgen zwischen all den Zweigen, dass ich mit der Fotokamera kaum herankomme.

Die Szene gab es doch schon mal. Saß da nicht ein Mann auf dem Baum? Ein Zöllner? Zachäus? Wie war das gleich?… Online-Recherche. Treffer:

Jesus kam nach Jericho und ging durch die Stadt. 2 Dort lebte ein Mann namens Zachäus. Als einer der mächtigsten Steuereintreiber war er sehr reich. 3 Zachäus hatte versucht, einen Blick auf Jesus zu werfen, aber er war zu klein, um über die Menge hinwegschauen zu können. 4 Deshalb lief er voraus und kletterte auf einen Maulbeerfeigenbaum am Wegrand, um Jesus von dort aus vorübergehen zu sehen. 5 Als Jesus kam, blickte er zu Zachäus hinauf und rief ihn beim Namen: »Zachäus!«, sagte er, »komm schnell herunter! Denn ich muss heute Gast in deinem Haus sein.« 6 Zachäus kletterte so schnell er konnte hinunter und geleitete Jesus voller Aufregung und Freude in sein Haus. 7 Doch den Leuten in der Menge gefiel das nicht. »Bei einem berüchtigten Sünder kehrt er als Gast ein«, murrten sie. 8 Währenddessen stellte Zachäus sich vor den Herrn hin und sagte: »Herr, ich werde die Hälfte meines Reichtums den Armen geben, und wenn ich die Leute bei der Steuer betrogen habe, werde ich es ihnen vierfach erstatten!« 9 Jesus erwiderte: »Heute hat dieses Haus Rettung erfahren, denn dieser Mann hat sich als Sohn Abrahams erwiesen. 10 Der Menschensohn ist gekommen, um Verlorene zu suchen und zu retten. Lukas 19 / 1-10

Aus der Begegnung zwischen Jesus und Zachäus kann ich viel herauslesen für mich, über uns, über Jesus. Ihm bleibt nichts verborgen. Er ruft uns, Er ruft Dich. Wir sind Ihm wichtig. Er will mit uns sein, mit Dir, mit mir – egal was die Anderen sagen, ob sie murren oder wegschauen.

Es tut mir gut, Gott in allen Dingen zu suchen. Ich tue das bewusst. Ich kann mich dafür entscheiden. Ich habe mich entschieden! Dabei bewahrheitet sich: wer sucht, der findet (vgl. heutige Tageslosung aus Matthäus 7 / 8). In der Gewissheit Seiner unaufhaltsamen Liebe wünsche ich uns allen an diesem herrlichen Frühlingstag ein paar gute Funde!