In Liebe verbunden

Ich finde es schon erstaunlich. Heute ist mir Christus am Kassentisch begegnet. Lies bitte weiter, bevor du dich über diese Aussage ärgerst. Das Leben ist voller Überraschungen. Ich bin gerade dabei, meinen Humor wiederzuentdecken und das macht mir großen Spaß. Ich hatte lange nichts zu Lachen. Höchste Zeit also! Wie sagte meine Pilatestrainerin: „Wenn du meinst, nichts geht mehr, hast du immernoch fünf Prozent…Und jetzt schenk dir ein Lächeln!“ Ist gesünder als sich über Kleinigkeiten zu ärgern. Ich spreche aus Erfahrung. Wäre also schön, ich habe dich schlichtweg neugierig gemacht auf meine eben erwähnte Begegnung.

Zurück zum Ort des Geschehens also: Ich lege meine Drogeriemarktartikel auf’s Kassenband. Beim Ausräumen meines Warenkorbs stoße ich mit der Dame hinter mir zusammen. Sie just: „Oh, Verzeihung!“. Ich im selben Atemzug: „Oh, sorry!“. Beide sagen wir das mit einem freundlichen Lächeln. Ich füge etwas übermütig, aber in respektvollem Ton, hinzu: „Ein wenig Kontakt kann ja nie schaden.“ Sie: „Da haben Sie Recht.“ Und der Herr hinter der Frau, scheint sich mit uns und an unserem Gespräch zu erfreuen. Er klinkt sich ein und murmelt etwas vor sich hin, das ich leider nicht verstehe. Dann sagt er deutlich: „In der Bibel heißt es: Schätze einer den andern höher ein als sich selbst. Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Wochenende!“

Da war Er – der Christus! Nicht leibhaftig, aber in den Worten des alten Herrn. Ich verlasse den Laden. Zurück zu Hause mache ich eine Suchabfrage und stoße auf Philipper 2 / 1-4:

Wenn es also Ermahnung in Christus gibt, Zuspruch aus Liebe, eine Gemeinschaft des Geistes, herzliche Zuneigung und Erbarmen, dann macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig, dass ihr nichts aus Ehrgeiz und Prahlerei tut. Sondern in Demut schätze einer den andern höher ein als sich selbst. Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.

Ihr treuen Leser, die ihr bis zu diesem Punkt dabei geblieben seid: Ist das nicht großartig?! Ich gehe in einen Konsumtempel und bekomme eine Lektion zum Thema Liebe und Respekt. Ich finde das toll! Das ist so anders, als das, was ich sonst schon in der Warteschlange erlebt habe. Für mich heißt Demut in diesem Zusammenhang eben nicht, dass ich drei Leute vor mich zum Zahlen lasse. Für mich heißt Demut in diesem Kontext vielmehr, sich so zu begegnen, wie wir drei das heute am Kassentisch erlebt haben: einander in Liebe verbunden und auf das Wohl des Anderen bedacht. So habe ich meine Einkäufe heute mit einem vergnüglichen Schmunzeln nach Hause gebracht.

Das leere Grab

Ich bin keine Theologin. Ich bin frisch getauft. Ein kleiner Morgenimpuls:

Meine Chefin hat mir Mittwoch einen Kuhflecken-Schoko-Osterhasen geschenkt. Ich habe ihn schon zur Hälfte gegessen. Ohren ab! Das dicke Schokostück unten esse ich natürlich zum Schluss. Ich hätte mir selbst keinen gekauft. Doch über das Geschenk habe ich mich irgendwie trotzdem gefreut.

Angeblich ist es nicht mehr so angesagt, Kindern zu Ostern Schokolade und gelierte Eier zu schenken. Stattdessen gibt es vermehrt Ostergeld. Die Kinder entscheiden dann selbst, was sie damit kaufen: ein Playstation-Spiel, eine Handytasche, Spassartikel, Krimskrams.

Mich macht das schon etwas wütend. Zahltag statt Osterbotschaft. Da freut sich der Einzelhandel. Ich glaube daran, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Ich habe nicht immer daran geglaubt. Ich hatte Zweifel, Fragen und Widerwillen. Im Religionsunterricht habe ich mit meinem Reli-Lehrer Theorien um das leere Grab ausdiskutiert (Lukas 24 / 1-12). Er hat sich wacker geschlagen. Und ich ging triumphierend aus der Stunde, weil er es mir einfach nicht so recht erklären konnte. Ich bin durch Lebens- und Glaubenskrisen gegangen, um jetzt allmählich zu begreifen, welchen Schatz reifere Christen gerne schon früher mit mir geteilt hätten. Jesus lebt! Er lebt in mir. Seine Botschaft ist brandaktuell. Die Bibel gibt es online, aber auch an anderen Stellen gratis. Sie ist voller Lebensweisheiten, Anregungen, Antworten und eine wunderbare Lektüre!

Wenn du Kraft und Ermutigung brauchst, dich nach Liebe sehnst und dir der Einkaufsbummel nicht die erhoffte Befriedigung gebracht hat, dann versuche es vielleicht mal mit einem Gottesdienstbesuch. Der kostet nämlich nichts – geht in der Regel sogar schneller als Einkaufen. Bringt aber mehr. Mir jedenfalls. Und wenn nicht gleich, dann allmählich. Es lohnt sich!