Heldengeschichte

Ich stehe da. Kerzengerade.
Brust raus! Die Nase vorn.

Brech aus aus alten Mustern.
Die Weichen neu gestellt.
So liebe ich mein Leben.
Verrückt, wie’s mir gefällt.

Die Brille für den Traumblick.
Die Zukunft liegt vor mir.
Im Hier und Jetzt voll Feuer,
mit Kraft – sie kommt von dir.

Jesus, lass mich sehen, was du tust.
Nimm mich mit!
Ich folge dir!
Alleingang, der war gestern.
Umarmt vom neuen Wir.

Abba, guter Vater,
ich schrei es aus:
die Liebe lebt.
Die Erde bebt,
der Asphalt bricht.
Und endlich kann ich’s spüren.
Glaub die Geschichte selbst.
Von einer Heldin.
Einem Riesen.
In mir. In dieser Welt.

Dein Name (Awakening Nürnberg)

Dein Name über dieser Stadt.
Dein Name über dieser Stadt.

Nimm uns die Masken ab.
Reiß alle Mauern ein.
Nimm uns den Zorn und auch die Last.
Lass üb’rall Freude sein.

Dein Name über dieser Stadt.
Dein Name über dieser Stadt.

Gieß deine Liebe aus,
in unsre Herzen.
Nimm uns die Angst und alle Acht
vor unsren Schmerzen.

Wir woll’n das Beste tun.
Oft ist das nicht genug.
Mein ganzer Trost ist dann:
Du machst das Ende gut.

Dein Name über dieser Stadt.
Dein Name über dieser Stadt.

Nimm, was, nicht richtig ist.
Zeig mir den Weg.
Du bist der Heiland.
Retter!
Meine Majestät!

Dein Name über dieser Stadt.
Dein Name über dieser Stadt.

Liedtext inspiriert vom gestrigen übergemeindlichen Gebetsabend in der Wodanstraße.

Provokation Jesus

Kurze Bildbetrachtung: „Friedlich ist das Wespennest, wenn man es in Ruhe lässt,“ steht da an einer Hauswand unterhalb des Cinecittas.  Kleinautorin Anna freut sich über Material für ihren Blog.

„Ja“, denkt sie. „Mensch ist in der Tat gut beraten, nicht ins Wespennest zu pieken. Das könnte böse enden. Weiß ich eigentlich, aber eine Hauswand mit Lehrsatz…?! Nun. Die hat auch etwas für sich!“ Sie denkt an die „Tribute von Panem“ (Vielleicht kennst du die Szene im zweiten Teil der Hungerspiele bei der Katniss Everdeen das gegnerische Team mit einem Schwarm Jägerwespen schlägt). „Und außerdem“, denkt die kluge Kleine in sich, „ist der Lehrsatz prima auf unser soziales Miteinander übertragbar“.

Der Exkurs im Kopf nimmt seinen Lauf. Nicht sticheln, nicht provozieren. Immer schön friedlich. Da! Die Harmoniefalle! (Ich hatte in meinem Beitrag „Anstandsbitte(r)“ über dieses leidliche Thema geschrieben).

„Hier in meiner Blogkomfortzone, da lasse ich’s drauf ankommen. Da sch… ich auf die Harmonie!“

Ähm ja. Ganz so wild und freiraus schreibe ich trotz erklärtem Willen zur Anstandslosigkeit doch (noch) nicht. Da gibt es in mir ein Zensurbüro. Die Damen, die dort im Anna-Innern den Posten besetzt haben, haben ziemlich viel Respekt vor einem über mir hereinbrechenden „Shitstorm“ und übermäßig vielen, sich nicht mehr selbst regulierenden Kommentaren.

Und dennoch: Ich schreibe einen Blog über meinen Glauben an den dreieinigen Gott. Ist das nicht provokant genug?

Findest du es provozierend, wenn Menschen wie ich über Jesus sprechen?

Jesus! Diesen Namen auszusprechen, provoziert, darauf machte uns unser Gemeindeleiter beim letzten Open Air Gottesdienst an der Pegnitz aufmerksam. Voller Freude, stimmten wir daraufhin in den Lobpreis zu Jesu Ehre ein. Ich bin schon ein bischen verrückt, denke ich. Beim Singen da kann ich Jesus umjubeln, da kann ich alles andere ausblenden, da gibt es nur Jesus und mich.

Aber in Gesprächen. Da bin ich oft blockiert. Da gibt es eine Art Rest-Scham, und ein ungutes beklemmendes Gefühl. Da ist Angst, dass mein Reden missverstanden wird, so als wolle ich etwas aufdrängen, das unerwünscht ist, statt mich frei zu fühlen, meine wunderbaren göttlichen Erfahrungen zu teilen. Ich will gehört werden, wie du, mit dem, was mir wichtig ist. Und doch traue ich mich nicht, darüber zu sprechen.

Gestern ging die viertägige Erweckungskonferenz im Nürnberger Stadion zu Ende. 25.000 Christen aus 25 Nationen versammelt. Für mich befremdlich. Dennoch – die zwei Abende, an denen ich dort war, taten mir gut. Wir haben dort auch um Freisetzung von Scham und Angst gebetet. Vielleicht schreibe ich daher heute einen so offenen Text. „Die eigentliche Provokation ist Jesu Leben selbst“ schreibt Claas Kaeseler vom ERF in dem Artikel „Provokation Jesus“. „Seine Liebe bis in und über den Tod hinaus ist die eigentliche Provokation – und darin liegt die Kraft verborgen, die die Welt verändert.“

Das gefällt mir! Liebe ist Provokation. Sie verändert. „Erotisch shoppen“ bei Orion – langweilige Werbeaufschrift am Schaufenster. Null Provokation. Einfach normal. Null emotionale Betroffenheit. Aber wenn an einer Hauswand „Jesus lebt, Jesus liebt!“ steht, dann provoziert das. Dann regt sich etwas in mir.

Ich finde, darüber kann man schon einmal nachdenken. Vor allem, wenn man, wie ich, Lust hat auf Veränderung.

„Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“ Philipper 4 /7

K.o.-Runde

Das ist sie. Die k.o.-Runde. Schmerz durchzieht den Körper. Vom Herzen her. Überall hin.

Wie ein nass triefender Waschlappen klatscht sie auf die Erde. Die Kriegerin. Wie eine ausgepresste Zitrone Wegwerfprodukt. Schwer wie Blei. Zerbrochen in Tausend Stücke.

Ein Aufschrei. Bis ans Ende der Welt. Von Nord nach Süd. Von Ost nach West. Die Erde bebt. Noch ein Hieb. Traurigkeit schwemmt die Straßen. Reißt alles mit.

Und dann. Irgendwann…

Ruhe.

Das Wasser steht still.

Wind of Change.

Wut sprengt alle Ketten. Von irgendwoher brennende Hoffnung. In der Niederlage zeigt sich der Sieg. Er ist gewiss. Nicht heute. An einem andern Tag.

Da steht sie – die Kriegerin – wieder auf und beginnt, für ihre Träume und um ihr Leben zu kämpfen.

Inspiriert von Paulo Coelhos „Handbuch des Kriegers des Lichts“ und vom Leben.

King des Monats

Die Sirene ertönt. Irgendjemand hat den Alarmknopf gedrückt. Die matte Scheibe in meinem Großhirn wird eingeschlagen. Notfall. Bloß raus hier!

Es gibt Tage, da ist Denken lebensgefährlich. Da gebraucht mich mein Verstand, um höchst riskante Manöver zu tun. Wirre Gedanken, Grübeln, Sorgen, die mich schier wahnsinnig machen. Da bin ich dankbar um das Signal zum Ausstieg.

Statt weiter zu denken, bahne ich mir den Fluchtweg. Raus hier! Ich beginne, die Welt um mich herum zu beschauen. Schalte um von Gedankenmühle auf Beobachtung. Mein erster Blick bleibt an einem Werbeplakat haften. Unmittelbar vergnügtes Schmunzeln. Die Lieferando Werbeslogans sind einfach grandios. Bestellt habe ich immernoch nichts. Aber ich habe meine Freude mit Wasabi, Penne und frischen Salaten im Großdruck. Das gebe ich ehrlich zu.

Plakatwerbung inspiriert mich. Der Burgerking-Banner „King des Monats“ in Kombination mit meinem Kronenschnappschuss am Königstor gibt mir den nötigen Stoff für diesen Text.

Die ersten Tage dieses Monats bin ich ziemlich viel Gedankenkarussel gefahren – widerwillig. Irgendjemand hat mich reingesetzt, festgeschnallt und los ging die Fahrt. Bei der Windeseile, in der ich – an meine eigenen Gedanken angekettet – an der Außenwelt vorbeirausche, wird mir speiübel.

In so einer Aufruhr, wenn die Gedankenwelt auf dem Kopf steht und ich nicht mehr weiß, wie mir geschieht, da vertraue ich auf meinen König. Denn mein eigenes kleines Königstochterdasein habe ich in solchen Momenten längst vergessen. Aufstehen und Krone richten unmöglich. Ich bleibe liegen im Gedankenmüll und in dreckigen alten Gefühlen von Schmerz, Enttäuschung, Angst und Wut. Und dann, genau dann, steht Er vor mir. Der wahre König!

Durch das Burgerbrötchen mit Rind, Extracheese und Topping erlebe ich den feinen Unterschied zwischen dieser und der unsichtbaren Welt. Ich spüre, wie sich Jesus über all den Staub der Welt erhebt und mir die Hand reicht, seinen purpurnen Umhang sorgend um mich legt, mich trägt zu seinem Thron. Er nimmt mich mit auf eine Reise ins Sosein in der Kraft der Liebe – solange bis ich wieder bereit bin, in dieser Welt mein Krönchen gerade zu rücken. Solange bis ich wieder in der Lage bin, meinen Verstand zu regieren.

Es ist schön, ein wenig verrückt zu sein und zugleich seinen Verstand nicht zu verlieren. Denn trotz Irrungen und Wirrungen, erkenne ich in den ersten Julitagen: Dein ist das Reich, Herr König Jesus!

Anstandsbitte(r)

Ich schiebe mein Rad auf dem Gehweg. Es ist brütend heiß. Die mir entgegen kommenden Passanten schauen mürrisch, als hätten nur Kinderwägen ein Rollrecht auf Bürgersteigen. Lauter Seufzer. Hört im Getümmel ja sowieso keiner.

Plötzlich aus der Menge klare Worte: „Die hat Anstand! Die schiebt ihr Rad!“ Ich ordne die Stimme einem Mann zu, der mich im Vorbeigehn anblickt. „Dankesehr! Das scheint ein Kompliment zu sein, guter Mann!“ Denke ich etwas zynisch. Schaue kurz zurück. Dabei sollte ich mich wohl gut fühlen: Ich bin gesehen. Anerkennender verbaler Beifall eines alten Herren, weil ich mein Rad schiebe. Weil ich nicht anstandslos wie eine Irre durch die Meute kurve. Weil ich Anstand habe! Irgendwie reagiere ich dennoch mit Widerwillen (spare mir jedoch einen Kommentar…wirklich schade!!!).

Stattdessen: Innerer Dialog. „Die hat Anstand!“ ich wiederhole seine Worte. „Scheiße!“ denke ich. „Ehrlich? Mir ist grad gar nicht nach Anstand! Am liebsten würde ich mich gerade jetzt auf’s Rad setzen, lauthals krakelen und die Passanten verscheuchen. Freie Bahn…jetzt komme ich!“

Natürlich überziehe ich gerade ein wenig. Trotzdem geben mir der Mann und sein Kommentar „Die hat Anstand!“ einen Impuls zum Nachdenken, den ich teilen möchte. Nachdenken worüber? Über den Anstand, die guten Manieren, über Regeln und die Harmoniefalle. Ich mache mir in diesem Moment ernsthafte Gedanken darüber, dass ich zu anständig bin. Warum eigentlich? Verderbe ich mir nicht durch die anständige Regeleinhaltung oft die Freude am Übermut? Warum traue ich mich so oft nicht, meine Meinung zu sagen – des guten Anstands Willen?!

Du musst dies!, …Du darfst das nicht!,… Tu dies!,… Lass das!,… und so weiter. Bloß nicht aus der Reihe tanzen. Auf keinen Fall laut werden. Unkontrolliert Lachen, Schreien, Schnauben, gehört sich irgendwie nicht. Reden darf man immer. Kommentare und Bewertungen abgeben. Aber bitte mit Anstand!

An dieser Stelle also, lieber Leser, ein hitzköpfiger Beitrag zum Thema Anstandsbitte – für Querdenker (ich bin ja schon ziemlich ausgeschweift): Ich finde, dass wir uns ziemlich oft, ziemlich viel verbieten. Wir erlauben uns nicht, wonach uns ist und wonach wir uns sehnen und beschneiden dadurch unsere Natur. Im Extremfall wirst du, werde ich, den lieben Anstandsregeln zum Opfer fallen und irgendwie bitter darüber, dass Andere noch Freude am Leben haben, weil wir uns selbst zu sehr maßregeln. Oder wir schlucken unseren Unmut, unseren Frust herunter, statt ihn auszusprechen. Daher heute ein Plädoyer, sich etwas Ungezähmtheit zu erlauben: Ich darf auch mal auf dem Bürgersteig fahren – zwischen den Passanten herumkurven. Ich darf auch mal mit der Faust auf den Tisch haun. Ich darf auch mal sagen, was mir nicht passt – und zwar so, dass es jeder hört. Anstandslos!

Jesus macht mir mit seiner ungestümen Tempelreinigung Mut (Matthäus 21 / 12-13). Ich mache mir das an diesem Wochenende zum Ziel: Weniger falschen Anstand, mehr echte Freiheit. Natürlich, nicht ohne Respekt! Aber ebenso wichtig: Mit Mut zu mir selbst. Mut zur Aktion, Mut zur Reaktion.