King des Monats

Die Sirene ertönt. Irgendjemand hat den Alarmknopf gedrückt. Die matte Scheibe in meinem Großhirn wird eingeschlagen. Notfall. Bloß raus hier!

Es gibt Tage, da ist Denken lebensgefährlich. Da gebraucht mich mein Verstand, um höchst riskante Manöver zu tun. Wirre Gedanken, Grübeln, Sorgen, die mich schier wahnsinnig machen. Da bin ich dankbar um das Signal zum Ausstieg.

Statt weiter zu denken, bahne ich mir den Fluchtweg. Raus hier! Ich beginne, die Welt um mich herum zu beschauen. Schalte um von Gedankenmühle auf Beobachtung. Mein erster Blick bleibt an einem Werbeplakat haften. Unmittelbar vergnügtes Schmunzeln. Die Lieferando Werbeslogans sind einfach grandios. Bestellt habe ich immernoch nichts. Aber ich habe meine Freude mit Wasabi, Penne und frischen Salaten im Großdruck. Das gebe ich ehrlich zu.

Plakatwerbung inspiriert mich. Der Burgerking-Banner „King des Monats“ in Kombination mit meinem Kronenschnappschuss am Königstor gibt mir den nötigen Stoff für diesen Text.

Die ersten Tage dieses Monats bin ich ziemlich viel Gedankenkarussel gefahren – widerwillig. Irgendjemand hat mich reingesetzt, festgeschnallt und los ging die Fahrt. Bei der Windeseile, in der ich – an meine eigenen Gedanken angekettet – an der Außenwelt vorbeirausche, wird mir speiübel.

In so einer Aufruhr, wenn die Gedankenwelt auf dem Kopf steht und ich nicht mehr weiß, wie mir geschieht, da vertraue ich auf meinen König. Denn mein eigenes kleines Königstochterdasein habe ich in solchen Momenten längst vergessen. Aufstehen und Krone richten unmöglich. Ich bleibe liegen im Gedankenmüll und in dreckigen alten Gefühlen von Schmerz, Enttäuschung, Angst und Wut. Und dann, genau dann, steht Er vor mir. Der wahre König!

Durch das Burgerbrötchen mit Rind, Extracheese und Topping erlebe ich den feinen Unterschied zwischen dieser und der unsichtbaren Welt. Ich spüre, wie sich Jesus über all den Staub der Welt erhebt und mir die Hand reicht, seinen purpurnen Umhang sorgend um mich legt, mich trägt zu seinem Thron. Er nimmt mich mit auf eine Reise ins Sosein in der Kraft der Liebe – solange bis ich wieder bereit bin, in dieser Welt mein Krönchen gerade zu rücken. Solange bis ich wieder in der Lage bin, meinen Verstand zu regieren.

Es ist schön, ein wenig verrückt zu sein und zugleich seinen Verstand nicht zu verlieren. Denn trotz Irrungen und Wirrungen, erkenne ich in den ersten Julitagen: Dein ist das Reich, Herr König Jesus!

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