„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte…

… und ein Licht auf meinem Weg.“ Psalm 119 / 105

Meine Mitbewohnerin legte mir kürzlich den hier zitierten Vers aus Psalm 119 nahe. Ich habe die Stelle vorher nie gelesen. Es gibt überhaupt viele Bibelstellen, die ich noch nie gelesen habe. Ich schäme mich manchmal im Gottesdienst, wenn der Pastor in der Predigt sagt: „In Vers soundso – den kennt ihr ja – da heißt es…“

Da! Ertappt! Ich sinke leicht errötet ein paar Milimeter im Stuhl ein, rutsche dann schnell wieder (mein Krönchen) zurecht, lausche weiter aufmerksam der Predigt und notiere mir den Vers, von dem gerade die Rede war. „Später lese ich den daheim noch einmal nach!“ sage ich mir motiviert. Zurück Zuhause, tue ich das allerdings selten. Bislang zumindest.

Neulich stieß ich in der Humboldtstraße auf einen alten Kronleuchter am Straßenrand. Sofort fotografiert für eben diesen Beitrag! Vorgestern nahm ich mir nun die Zeit, den 119er Psalm (eine Liebeserklärung an Gottes Wort), in meiner Bibel-Einheitsübersetzung nachzuschlagen.

Buff! Der Psalm schlägt ein wie der Blitz. Ich bin begeistert! Er motiviert mich, mehr in der Bibel zu lesen, mich intensiver mit einzelnen Versen zu befassen, sie in den Kontext einzuordnen, auf mein Leben hin zu verstehen und all das Wertvolle daran zu verinnerlichen.

Als ich mich 2009 neu für den Glauben und Gott öffnete, wollte ich anfangs ganz viel wissen, viel lesen. Ich hatte Nachholbedarf. Ich war offen für das, was mir Gott zu sagen hatte. Voller Elan! In den ersten Wochen nach meiner Bekehrung las ich wirklich viel.

Im Hauskreis verlor ich interessanterweise irgendwie meine Lust am Bibellesen. Mir war das oft zuviel: ich war als „Baby-Christ“ verunsichert, weil ich Mühe hatte, die Bibelstellen zu finden, zwischen denen wir hin und her sprangen. Zulange Stellen, zuviel Input! Und ich hatte oft andere Ansichten, Nachfragen und andere Themen, die mich bewegten. Zu allem Übel, vergaß ich meist innerhalb von drei Tagen, worüber wir bis in die Nacht hinein diskutiert hatten. Das war echt frustrierend!

Seit ich diesen Blog begonnen habe, tue ich mich wieder viel leichter mit dem Bibellesen. Ich suche Gott in allen Dingen und entdecke ihn im Alltäglichen. Dort erlebe ich auch, wie brandaktuell die Bibel ist. Sie hilft mir in den unterschiedlichsten Situationen und Herausforderungen, die ich meistern muss. Ich bin froh, dass ich wieder einen Zugang zu Gottes Wort gefunden habe, der für mich passt.

Im Oktober erscheint eine neue Bibelausgabe. Die Neues-Leben-Übersetzung als eine Art Do-It-Yourself-Bastelbuch. Mit exra-dickem Papier, viel Platz zum Anstreichen und Hervorheben, für Randnotizen und Schnörkel. Genau, was ich brauche! Diese Form des kreativen Zugangs zum Bibellesen nennt sich „Bible Art Journaling“.

Falls auch du bislang oder im Moment Schwierigkeiten mit Bibellesen hast: es gibt inzwischen so viele verschiedene Wege, um wieder Spaß am Bibellesen zu bekommen: die Losungen (als Büchlein für zuhause oder digital), Filme, einen Bibelleseplan, das Magazin „Faszination Bibel“, Bibelhörbücher usw. Lust auf Bibel macht auch Ulla Schaible in ihrer Kurzpredigt zu Psalm 119, 105.

Ich bin dankbar, dass ich statt der Mühe mit dem Bibellesen, immer mehr Freude an Gottes Wort habe. Gott will jeden mit seinem Wort erreichen, nicht eine bestimmte Zielgruppe. Insbesondere in Phasen der Orientierungslosigkeit, dann, wenn ich im Dunkeln tappe und nicht weiter weiß, weist mir Gott durch sein Wort den Weg – zu Menschen hin, zu mir selbst, an andere Orte, in neue Aufgaben, über schwierige Situationen hinweg. Ich begreife allmählich, welcher Schatz da im Alltag als Christin direkt vor meinen Füßen liegt. Es wäre schade, einfach daran vorbeizugehen.

Ein Gedanke zu „„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte…“

  1. Hallo liebe Anna, ich bin auch neet der perfekte Bibelleser, ich habe mich 2009 im Sommer im Baggersee nach 10 Jahren Freikirchler sein taufen lassen seit dem ging es bergauf für mich; Aber auch mit bergauf und bergab und ich musste mich neu focusieren immer wieder neu und bin immer wieder aufgestanden und weiter gegangen und wurde dadurch stärken und das Fundament wurde noch fester, keiner konnte mich umhauen.. und habe gelernt rechtzeitig ins bett zugehen, das meine Seele ruhen kann sonst macht man unausgeruht nur Mist baut, falsche Entscheidungen trifft, usw. Mein Blick wurde noch schärfer als zuvor, man bekam eine andere Sichtweise auf die Dinge um einem herum und die Menschen auf dieser Welt. Und habe mich Formen lassen und habe Bibel gelesen bis mich was anspricht und kaufte mir eine Eberfelder Studien Bibel in Griechisch und hebräisch Übersetzung und gleich dazu ein Buch Konkordanz das ich die Schlagwörter wie Freude, Tod usw., was mich beschäftigt nachlagen kann. Es half mir sehr in der Bibel klar zukommen. wie in der Predigt heute mein Pastor sprach ,, Ruhe finden in Gott“ und wie finde es genau zu deinen Blogeintrag wie die Faust aufs Auge passt. DANKE das Dir helfen und austauschen kann .. In Gottes Liebe Manuela

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