Jahr der Gnade

Am kommenden Erntedanksonntag beginnt das „Jahr der Dankbarkeit“. Ich will es nicht beginnen, ohne noch einmal innezuhalten und das letzte Jahr zu beschauen. Wie lief das Jahr für mich? War es ein „Jahr der Gnade“, wie es der Pastor unserer Nachbargemeinde beim Frühgebet vor einigen Wochen proklamierte? Was verstehe ich darunter und lassen sich die Geschehnisse der letzten Monate im Hinblick auf ein „Gnadenjahr“ erklären?

In der Bibel ist sowohl im Alten (u.A. Jesaja 49: 8) wie im Neuen Testament (vgl. Lukas 4: 18-19) von einer Gnadenzeit die Rede. Für mich klingt Gnadenzeit nach Erlösung, Befreiung, nach Güte. „Gnade“ braucht nach meinem Verständnis ein konkret sichtbares Ereignis bzw. eine Handlung, in der die Gnade Gottes oder eines Menschen an mir oder anderen sichtbar wird. Ich fühle mich begnadet, wenn mir überraschenderweise unverhältnismäßig viel Segen zuteil wird. Oder, wenn ich lange um etwas bitte und die tatsächliche Erfüllung meines Anliegens noch viel schöner ist, als ich das erhofft hatte, weil sich Gott etwas ganz Kreatives ausgedacht hat, um mich zu beschenken. Wenn Gottes Güte alles Menschenmögliche übersteigt, dann ist das Gnade.

„Ja“, denke ich, „2015 war tatsächlich ein Gnadenjahr!“ Nachdem sich 2014 bis auf den Sieg des deutschen Teams bei der Fussballweltmeisterschaft für mich wenig Positives ereignet hat, habe ich in den letzten Monaten an allen Ecken und Enden kleine und große Wunder und viel Segen erlebt. Ich vermute jetzt in der Draufschau, dass etwas von all dem Segen vielleicht auch mit meinem Willen zur Veränderung, zur Nachfolge, mit meiner Nachsicht, Akzeptanz, Aufmerksamkeit und Güte gegenüber meinen Mitmenschen (oder zumindest dem ernsthaften Bemühen darum!) zusammenhängt. So jedenfalls würde sich der Kreis vom „Jahr der Gnade“ zur diesjährigen Jahreslosung schließen (und ich liebe runde Sachen!): „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“(Römer 15: 7).

Meine Taufe in der Pegnitz am Ostersonntag war das Highlight meines Gnadenjahres. Gott hat mich angenommen und ich ihn. Einen Tag später habe ich diesen Blog begonnen. Soviel mehr ist geschehen und geschieht in diesen Tagen. Vieles davon kann ich noch gar nicht richtig fassen. Manches beunruhigt mich ein wenig. Nicht alles ist plötzlich schön. Nicht jeder Wunsch hat sich erfüllt. Vieles lief anders als geplant. Doch eins steht fest: Jesu Liebe befreit und heilt. Es gibt mit Blick auf mein Leben Hier und Jetzt schon soviele gute Gründe, um das Jahr der Dankbarkeit mit einem richtig fetten Dank zu beginnen und Gott für all seine Gnade zu loben. Hallelu, halleluja, preiset den Herrn!

Mehr Inspiration zum „Jahr der Gnade“? Klick hier.

„Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben.“ 1. Korinther 15: 10.

Ein Gedanke zu „Jahr der Gnade“

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