Gottes Liebe rostet nicht

Sich selbst und einander zu lieben: eine Herausforderung, eine Lebensaufgabe, ein Auftrag. Gott macht den Anfang. Er liebt uns so wie wir sind. Egal, was wir tun. Gestern, heute und morgen. Immer. Das ist manchmal schwer verständlich und nicht unbedingt zu spüren. Aber es lohnt sich, sich nach seiner Liebe auszustrecken. Ich bin mir ziemlich sicher: Wenn wir sie wirklich suchen, finden wir sie. Oder sie findet uns.

„Die Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht neidisch oder überheblich, stolz oder anstößig. Die Liebe ist nicht selbstsüchtig. Sie lässt sich nicht reizen, und wenn man ihr Böses tut, trägt sie es nicht nach. Sie freut sich niemals über Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich immer an der Wahrheit. Die Liebe erträgt alles, verliert nie den Glauben, bewahrt stets die Hoffnung und bleibt bestehen, was auch geschieht.“

1. Korinther 13: 4-8

 

One Dimensional Man

Lieber Leser,

warum schreibe ich diesen Blog? Weil ich gern schreibe. Weil ich mich selbst therapiere. Weil ich Gottes Wirken in meinem Leben spüre. Weil ich mir sage: geh deinen eigenen Weg! Weil mir der Weg der Welt nicht gefällt, wie ihn die Band DEAR READER in ihrem Song “Way of the World” beschreibt:

It’s the way of the world as you know it
It’s the weight of the words as I spoke them
Are you sure that you know where you’re going
Are you working it out.

(Dies ist nur ein Auszug – guter Song – lohnt sich, mal reinzuhören!)

Ich bin nicht sicher, wohin ich gehe. Doch das ist auch nicht entscheidend. Ich gehe meinen Weg mit Gott in der Welt und mit diesem Blog kannst du mich ein Stück begleiten. Ich richte mich nicht nur an Christen. Dieser Blog richtet sich an alle, und explizit auch an dich.

Ich bin Christin und Philosophin und sovieles Mehr. Multidimensional! Im Kontrast zum “One Dimensional Man”, wie ihn der Philosoph Herbert Marcuse beschreibt.

Mit diesem Blog möchte ich Menschen ansprechen, die auch nach dem qualitativ anderen in dieser Welt suchen. Es ist nicht entscheidend, ob du glaubst oder nicht. Vielleicht inspiriert dich einfach der ein oder andere Beitrag, dich auf den Weg zu machen und ermutigt dich, unverwechselbar Du zu sein. Anders als Marcuse (für den eine befreite Gesellschaft eher Utopie war) bin ich sehr optimistisch, dass wir eindimensionales Denken, Fühlen und Handeln überwinden können. Und für mich braucht es dazu keine neue Moral. Für mich braucht es die Hinwendung zur eigenen Natur, zum Göttlichen in uns, das uns unseren je einzigartigen Weg weist in dieser Welt.

Schön, wenn dich meine Zeilen erreichen.

Gut zu Vögeln

Ja man kann die Dinge so oder anders sehen. Denn den Impuls für diesen Blogbeitrag und den (mehrdeutigen) Titel erhielt ich beim Nachdenken über den heutigen Losungstext: „Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?“ Matthäus 6: 26.

Das Christus Zentrum Arche veröffentlicht täglich eigene Gedanken zur Tageslosung. Immer wieder gut, finde ich. Heute besonders anregend. „Eine Frage des Blickwinkels“ sind die heutigen Gedanken überschrieben. Wohin blicke ich?

Ich blicke auf mein Leben und sehe vieles, was mir daran nicht gefällt. Ich blicke tendenziell eher auf das, was fehlt als auf das, was schon ist. Ich mache mir Sorgen um morgen und zerbreche mir den Kopf über viele Dinge. Mit der heutigen Bibelstelle sagt Gott zu mir: Sorg dich nicht, schau auf mich, und du wirst bekommen, was du brauchst. Ich versuche, das zu tun – auf Gott zu schauen und mich zu lösen von den vermeintlichen Sorgen dieser Welt. Mal klappt das gut, mal weniger gut. Work in Progress.

So ist das auch mit dem Bloggen. Heute habe ich den Mut zu einer reißerischen Überschrift – die, wie ich eben feststelle, zu 100% wortgleich ist mit einem Film, der seit Ende Januar in den Kinos läuft. Ist mir glatt entgangen. Aber ich erinnere mich an einen derben Blondinenwitz aus meiner Schulzeit. Jetzt hat das Wortspiel jemand für einen Film und ich für meinen Blog aus der Schublade gekramt.

Ich bin neugierig geworden…und lese – um Up-to-Date zu sein –  den Infotext zum Film: „Eine anti-romantische Liebeskomödie über die Bindungsunfähigkeit unserer Generation“, heißt es da. „Uff! Das schau ich mir nicht an“, denke ich.

Und just wendet sich mein Blick wieder diesem Blog zu. Durch eine gute Beziehung mit Gott und wachsendes Vertrauen in ihn verändern sich auch meine zwischenmenschlichen Beziehungen. Weg vom flüchtigen, unverbindlichen und losen Zusammenkommen hin zu einem guten Miteinander – und das als Kind der „Generation Bindungsunfähigkeit“.

Wie geht es dir in Beziehungen? Wurdest du enttäuscht und hast keine Lust mehr, dich in Beziehungen zu investieren? Hast du Angst, dich fest zu binden, aber dennoch sehnst du dich nach Beziehung und Gemeinschaft?

Wenn Gott gut zu Vögeln ist – wie es im Matthäusevangelium heißt – wieviel mehr können wir Menschen uns dann auf Gottes Güte verlassen?! Ihm geht es als Versorger um mehr als nur um das Allernötigste. Er hat uns Menschen in all unserer Bedürftigkeit im Blick. Er will auch unseren Seelenhunger stillen, unseren Hunger nach Beziehungen, nach gesunden Verbindungen. Und er macht seine Sache gut.

 

Zum Tanz Pt I

Tanzen ist Leben.
Tanzen ist Sein.
Tanzen befreit.
Tanzen ist Leidenschaft.
Tanzen ist Fühlen.
Die Energie in jeder Zelle deines Körpers.
Die Energie des Universums.
Regen auf der Haut.
Sonne im Gesicht.
Wind in den Haaren.
Den eigenen Herzschlag
verbunden mit dem Beat der Musik.
Tanzen ist Verschmelzung.
Eins sein mit Allem.
Transformation.
Tanzen ist Leben.
Fühl den Groove, fühl den Rhythmus, tanze.
Weiter.
Den Tanz deines Lebens.

 

Weltschmerz

Das Leben ist wunderschön, aber es tut weh. In meinem eigenen Leben kann ich diesen Schmerz spüren. Doch auch, wenn ich mir die Welt um mich herum und darüber hinaus ansehe, empfinde ich ab und zu einen gewissen Schmerz: Weltschmerz.

Ich will ein paar Zeilen darüber schreiben und es mir leicht dabei machen: Begriffsrecherche!

Der Begriff „Weltschmerz“ meint ein Gefühl der Trauer und schmerzhaft empfundener Melancholie, das jemand über seine eigene Unzulänglichkeit empfindet, die er zugleich als Teil der Unzulänglichkeit der Welt, der bestehenden Verhältnisse betrachtet. Er geht oft einher mit Pessimismus, Resignation oder Realitätsflucht (Definition nach wikipedia, 2.2.2016).

Ich prüfe die Intensität meines Weltschmerzempfindens anhand der Definition. Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich sagen mein Weltschmerz erreicht zuweilen eine 8. Zwar bin ich sicher kein Pessimist. Doch ich habe noch immer einen deutlichen Hang zur Resignation. Und!…: ich bin eine hoffnungsvolle Träumerin (≙ „Realitätsflucht“, siehe Definition oben). Ich male mir aus, wie mir die Welt zu Füßen liegt oder ich Menschen für den guten Kampf gewinne (schließlich hat mir Gott verheißen, mich zur Menschenfischerin zu machen). Irgendwie scheint das so einfach nicht zu sein.

Ich schaue nochmal genau hin. Der Weltschmerz-Begriff wurde von dem deutschen Schriftsteller Jean Paul geprägt. Dieser schreibt Folgendes dazu: „Nur sein Auge sah alle die tausend Qualen der Menschen bei ihren Untergängen. Diesen Weltschmerz kann er, so zu sagen, nur aushalten durch den Anblick der Seligkeit, die nachher vergütet.“ (Jean Paul, in: Selina oder über die Unsterblichkeit der Seele, 1823)

Ich habe vielleicht nicht „die tausend Qualen der Menschen“ mit eigenem Auge gesehn. Doch ich habe genug gesehen, um ab und an Weltschmerz zu empfinden. Und nun? Was ist die Lösung für „all die qualvollen Untergänge“, für das schmerzliche Allerweltsproblem „Zuviel Gewalt – Zuwenig Frieden“ in unseren Beziehungen, in unserem politischen, wirtschaftlichen und sozialen System, in Krisen- und Kriegsregionen?

Mir gefällt die englische Definition des Begriffs „world pain“: „the depression you feel when the world as it is doesn’t reflect what you think it should be“ (aus: no more – good company / other wordly). Das trifft für mich den Nagel auf den Kopf. Denn ich will sie anders haben, unsre Welt!

Vielleicht aber ist das Empfinden von Weltschmerz der Anfang von allem und nicht das elende Ende! Vielleicht braucht es diesen Weltschmerz (wie es Tränen der Traurigkeit braucht, vgl. Beitrag vom 26.1.16 „Über die Trauer“). Vielleicht braucht es eine depressive Verstimmung darüber, dass die Welt nicht so ist, wie du und ich sie gerne hätten,…
  • um sich auf die Suche zu machen nach dem Wunderschönen in ihr.
  • um sich auszustrecken nach mehr davon.
  • um Frieden zu finden, indem wir nach Innen schauen und dort mit Veränderung beginnen: Unsere eigenen Schmerzen ansehen, annehmen und verwandeln lassen. Frieden in uns selbst zu finden, über die eigene Unzulänglichkeit, die vielen Denkfehler, Charakterschwächen, körperlichen Makel.
  • um uns dann mit neuer, göttlicher Kraft (und nicht aus der eigenen) darum zu bemühen, selbst die Veränderung zu sein, die wir uns für diese Welt wünschen.
Vielleicht reicht am Ende dieses Weltschmerz-Begriffbeitrags auch einfach ein Blick auf Jesus. Jesus war ein Mann der Schmerzen. Er kann sich in meinen Schmerz hineinversetzen: meinen ganz persönlichen und den Schmerz über das Derbe, Grausame, die Not in dieser Welt. Jesus schaut nicht weg. Er ist nicht gleichgültig gegenüber all dem Elend. Ihm geht unser Schmerz und Leid nahe. Er will uns verändern – unser Denken, unser Fühlen, unser Sein. Er will, dass sich durch uns das Königreich Gottes in dieser elend düsteren Welt entfaltet.
„Für all das, was sich nicht ändern lässt, gib mir, Gott, Gelassenheit“, könnte ich nun diesen Beitrag schließen. In diesem Zusammenhang fällt mir noch etwas Anderes ein: Gottes Versprechen. So wird all das Unveränderliche aushaltbar – wie Jean Paul schrieb: „durch den Anblick der Seligkeit, die nachher vergütet“ oder wie es im letzten Buch der Bibel heißt: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.““ (Offenbarung 21: 4).