Dein Wind

Dein Wind stoppt die Tränenflut.
Er befreit,
lässt mich Großes ahnen,
lässt mich Großes fühlen,
wo nichts ist für die Anderen.
Wo du bist für mich.
Als Antwort auf mein Rufen.
Auf mein Schreien.

Du bist der du bist.
Größer.
Stärker.
Höher als alles Andere.

Deine Liebe.
Deine Kraft.
Sanft. Rauh.

Du kommst in der Not.
Gehst, nachdem Frieden eingekehrt ist
in mir.
Veränderung.
Licht.

Kommst wieder.
Immer wieder.

Über den Dingen

Das Riesenrad-Foto habe ich vom Sommerurlaub als Erinnerungsstück mitgebracht: „Eine Woche raus!“ Jetzt, wenn ich darauf schaue, denke ich ans Hamsterrad des gemeinen Angestellten und Schülers. Ich ziehe meine Schlüsse: Egal wie sehr wir uns abstrampeln, es höher – vielleicht sogar bis ganz oben schaffen – wir können in diesem Zustand nicht lange verweilen. Zuletzt kommen wir wieder unten an. Bitte Aussteigen!

Was ich aus meiner Zeit im Hamsterrad gelernt habe, ist: Die Dinge ab und an (wie im Riesenrad)  von oben zu betrachten, kann hilfreich sein. Mein Leben im Ganzen anzusehen, dann nur die Aufgaben eines Tages, statt die gesamte Arbeitswoche. Für einen Moment innehalten, nicht strampeln, zurücklehnen und schauen. Es tut mir gut, morgens und abends von unserer Anhöhe hinunter zu blicken. Ich sage mir dann: Ich bin nicht meine Schule! Ich bin nicht meine Arbeit! Auch wenn sie ein Teil meines Lebens und auch meiner Identität sind.

Ich bin mehr als meine Aufgaben. Gott hilft mir, über den Dingen zu stehen. Ein Leben außerhalb des Hamsterrads lässt mich nicht klein fühlen, sondern riesengroß. Denn die wahren Erfolge meines Lebens, die erlange ich nicht mit Abstrampeln im Angstantrieb, sondern im Vertrauen darauf, dass ich genug Kompetenzen habe, um zu bestehen. In der Schule und außerhalb.

Freisein

Immer, wenn ich das blaue Pferd im Skulpturengarten in Nürnberg sehe, denke ich an die blauen Pferde des Künstlers Franz Marc. Marc gilt als einer der bedeutendsten Maler des Expressionismus. Sein bevorzugtes Motiv waren Tiere – Sinnbild von Ursprünglichkeit und Reinheit. Sie verkörperten für ihn die Idee der Schöpfung, da sie im Einklang mit der Natur leben. Mit den Tierbildern stellte er seine Utopie einer paradiesischen Welt dar. So ein Schatz, den uns Marc und andere große Künstler hinterlassen haben, um uns davon inspirieren zu lassen und ihr Werk fortzuführen!

Ich erinnere mich gern an meinen Kunstunterricht zurück: Dort habe ich die expressionistische Kunst kennen gelernt und ließ mich in ihren Bann ziehen: Van Gogh, Macke, Munch, Gauguin, Picasso und schließlich Max Beckmann sowie Jean-Michel Basquiat… Ich habe es geliebt, ihren Pinselstrichen nachzugehen und dem Ausdruck nachzuspüren, den ihre Bilder hatten. Nach den impressionistisch verhaltenen Pinseltupfern dann selbst an der Leinwand die Befreiung der eigenen expressiven Pinselstriche zu erleben, war gigantisch. Es lebe die (be)freie(nde) Kunst!

„Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ heißt es im zweiten Brief an die Korinther (3:17). Ich glaube, dass mir Gott die Freiheit geschenkt hat, alles, was in mir ist auch nach Außen auszudrücken – in Worten, in Bildern, in meinem Sein, in meinem Tun.

Kunst ist etwas Großartiges. Sie macht sichtbar, sie schreit, sie weint, sie lacht, sie beruhigt, sie verbindet, sie liebt, sie stört, sie drängt sich auf, sie befreit… Ich will frei sein – in meiner Kunst. Die Kunst und ich – wir erleben einen neuen Frühling mitten im Herbst. Ich habe so viele Ideen. Ich will sie umsetzen. Diesen Blogbeitrag nehme ich als Selbstverpflichtung, nach und nach meine Bilder im Kopf auf Papier zu bringen. Freiraus. Freisein!