Himmelsstürmer

Ich wünsche mir eine Armee von Himmelsstürmern! Ich wünsche mir Kriegerinnen und Krieger, die die Tür zum Himmel öffnen. Ich wünsche mir Brüder und Schwestern, die mit mir das Leben feiern, statt die Leistung. Partypeople! Ich wünsche mir Menschen, die sich ausstrecken nach Gottes Reich auf Erden.

Ich wünsche mir Beharrlichkeit, diese Vision vom „Himmel auf Erden“ zu realisieren. Dass du aufräumst in deinem Leben, dass ich aufräume in meinem Leben. Dass wir Raum schaffen für Gottes Gegenwart. Ich wünsche mir, meine Gaben zur Entfaltung zu bringen, zu scheinen, Licht zu sein, das sich den Weg bahnt durch das Dunkel, durch Krankheit, Not, Verzweiflung. Ich wünsche mir Männer und Frauen, die sich an meine Seite stellen und nicht weichen, die sich für das Gute stark machen, die sich an der Hand und in den Arm nehmen, sich wertschätzen und freuen, dass sie da sind unter diesem Himmel…auf dieser Erde.

Ich wünsche mir Tänzerinnen und Tänzer, die den Groove des Lebens einatmen und ausatmen, die ihn fühlen und sich im Rhythmus bewegen – befreit. Ich wünsche mir Liebe, die die Angst besiegt. Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam unsere Gott gegebene Kraft einsetzen, um die Ketten der Himmelstore zu sprengen. Oh Gott, ja, gerade jetzt wünsche ich sie mir… die Himmelsstürmer!

Ich wünsche mir eine richtig fette Party, mit dem Kopf in den Wolken und den Füßen über den Boden schwebend – eins sein mit allem.

Mein Lenker

Eigentlich habe ich gar nicht so viel Gedankenstoff für einen Beitrag. Aber ich habe ein schönes Bild und einen Blitzeinfall, den ich ausführen will:

„Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit.“ Das ist der Losungsvers für heute aus Psalm 86, 11. Er passt in meine Situation: die Bewerbung um einen Praktikumsplatz steht an. Ächz, Keuch, Stöhn.  Ich hoffe, dass ich ein gutes Plätzlein finde.

Statt Bewerbungen zu schreiben, bin ich nach der Schule  mit meinem Rad zum Radladen fürs Reifen-Aufpumpen und den „Frühjahrs-TÜV“. Da die Werkstatt voll ist, konnte ich lediglich die Reifen aufpumpen. Aber: Was so ein wenig Luft in meinen Reifen und für mich bewirkt – grandios!  Raus aus dem Laden, Stulpen ausziehen und mit frisch aufgepumpten Reifen den Berg hinauffahren. Volle Power. Herrlich!

Rad abstellen, Socken aus, Barfuß gehen. Yesss!

Ich habe zwar noch keinen Praktikumsplatz, aber der Weg zum Radladen und zurück hat mich Durchatmen lassen. Das war nach dieser Woche nötig. Ich schaue auf Gott und weiß: Er ist da – und wird mich lenken.

 

Mutter Natur

Inmitten aller Trübsal zeigst du dich.

Direkt vor mir:
Der rote Faden meines Lebens.

Du bist der Wind,
wenn mein Denken mich mürbe macht.

Du bist Zärtlichkeit,
wenn mich sonst niemand berührt.

Du bist der gute Humor,
wenn mir zum Weinen ist.

Du bist das Licht,
wenn alles dunkel scheint.

Du bist der Weg,
wenn ich mich verirre.

Du bist das Leben,
wenn um mich alles stirbt.

Du bist der Nährboden,
auf dem Neues wächst,
zu seiner Zeit.

Du bist der rote Faden meines Lebens.
Mutter Natur.

For the cross

Wenn du gerade nicht weißt, was du in die Suchabfrage bei Youtube tippen sollst…bitte, bitte: Hör dir diesen Song von Matt Redman an! Tu’s einfach – auch wenn du nicht glaubst oder zweifelst. Ist ein guter Track. Echt!

Ja, in diesem Song geht es um Jesus. Ich mute dir diesen Beitrag zu, wo doch vor einer Woche die Fastenzeit begonnen hat und die Osterhasen überall in den Geschäften stehn. Und ich hoffe, dass du auch was rausnehmen kannst für dich. In dem Lied „For the Cross“, das ich dir eben wärmstens empfohlen habe, singt Redman: „…I love you for the cross, I’m overwhelmed by the mistery, I love you for the cost, that Jesus you would do this for me…“ Er beschreibt das gesamte Martyrium, das Jesus auf sich genommen hat, damit wir Menschen frei sind und in Frieden leben können.

Der Song, den wir Sonntag auch in der Gemeinde gesungen haben, wirft Fragen für mich auf: Liebe ich Jesus deswegen? Wegen dem Kreuz? Oder liebe ich ihn wegen der spannenden Szene im Tempel, der Begegnung am Jakobsbrunnen, seinen guten Metaphern und seiner Argumentation gegenüber Widersachern?

Seit dem ersten März ist, wie gesagt, Passionszeit. Für mich sind das 40 Tage im Jahr, an denen ich mehr nachdenke über den Sinn des Lebens als ohnehin schon. Ich verfalle sozusagen in einen Zustand vorösterlicher Melancholie (du kennst vielleicht ähnliche Symptome an Weihnachten oder Silvester…mich trifft es definitiv in der Zeit vor Ostern): Was soll ich fasten? Was kann ich glauben? Wozu all das? Ich schreie zum Himmel und hoffe, dass sich Gott mir offenbart. Vielleicht kennst du diese Phasen.

Durch den Song von Matt Redman im Gottesdienst habe ich meine Antwort gefunden: in einer neuen Liebe zum Kreuz. Jesus ist für mich gestorben. Ich darf all meinen Müll zu Jesus ans Kreuz bringen, dass er ihn hinwegnimmt wie alles andere, was in dieser Welt nicht so läuft, wie gewünscht. Wenn ich jetzt aufs Kreuz schaue, fühle ich die Hingabe Jesu: Er ist gestorben, damit ich leben kann. Geliebt, frei, Sinn erfüllt.

Jesu Kreuzigung hat durch den Song von Matt Redman neu mein Herz berührt. Jesus, I love you for the cross! Und ich hoffe, mir bleiben die Grübelqualen in den nächsten Wochen erspart. Liebend gerne, würde ich einfach mal wieder Ostereier suchen gehen, statt Lebenssinn.

Andere Saiten

Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, kennt meine Vorliebe für Wortspiele und Redewendungen. Als ich das abgebildete Foto machte (die Gitarre stand im Wartehäuschen am Regenstaufer Bahnhof), sagte ein ebenfalls auf den Zug wartendes Mädchen zu seinem Vater: „Die hat ja gar keine richtigen Saiten mehr!“Es war entzückend, wie die Kleine das sagte, in ihrer freudig-erkundenden cleveren Kinderart.“Dann lass uns andere Saiten aufziehen, Kindchen!“ führte ich mein Gedankenspiel fort (ihr kennt sie sicher…diese amüsanten inneren Dialoge des guten bzw. schlechten Humors).

Es ist schon wieder etwas Zeit seitdem vergangen. Die Redewendung blieb mir im Kopf.

„Andere Saiten aufziehen“ bedeutet im deutschen Sprachgebrauch „sein Verhalten bzw. den Umgangston ändern, eine andere Taktik anwenden“ oder – mit einer negativen Konnotation – „strenger werden“.

Die Schreibweise der „Saiten“ zeigt, dass die Redewendung tatsächlich ihren Ursprung im Neubesaiten von Saiteninstrumenten hat. Wer dort andere Saiten aufzieht, ändert den Klang des Instrumentes bzw. macht es überhaupt erst bespielbar.

Schöne Metapher! Ich habe neue Saiten in meinem Leben aufgezogen. Von „lieb, nett, angepasst“ zu ein bisschen „schroff, eigen, gottgefällig“. Ich beobachte, dass einige Menschen den neuen Klang nicht mögen. Andere wiederum finden ihren Gefallen daran. Ich selbst feile noch an den Tönen – bin auch nicht ganz happy damit.

Mit meiner Meinung, mit meinem Verhalten ecke ich an. Ich sorge für Missstimmung. Ich stoße auf Ablehnung. Das auszuhalten, ist schwer. Es fühlt sich nicht gut an, selbst (verbal) Eine geklatscht zu kriegen. Es sei denn, mein Kampfgeist ist geweckt. Aktion…Reaktion. Der Stärkere gewinnt. Ich wäre eigentlich lieber für die „Himmel auf Erden“-Variante. Doch zugleich ermutigt mich Gott, meine andere Seite zu zeigen. Die ungezähmte Version meiner selbst. Manchmal tue ich gut daran, mich mit meinen Launen, Gefühlen und Gedanken der Welt zuzumuten – hier in diesem Blog und anderswo. Dann heißt es für mich: Nix da rauswinden, schön reden, sondern andere Saiten aufziehen…weiterspielen! Schräge Töne! Neue Töne!

Ich wünsche auch dir Freude an den neuen Saiten in deinem Leben, an neuen schönen Klängen…

KEEP ALIVE. KEEP PLAYING.

Automaten-Ich

Liebes Automaten-Ich,

ich mache mir Sorgen. Warum bist du am Ende der Woche immer leer? Gerade da, wo es sonst nirgends mehr was zu holen gibt?

Ich mache mir Sorgen. Was ist los? Alle Münzen, die ich mir aufbewahrt hab für dich, klackern einmal im Leerlauf hinunter bis zum Rückgabeschlitz.

Es fühlt sich nicht gut an, dich so zu sehen. Einfach leer. Weißt du noch die Zeiten der Kaugummibonbons? Überraschungseier mit Schnickschnack aus Plastik, den keiner braucht. Weißt du noch, wie ich mich darüber gefreut habe?

Ich will sie nicht die Automaten für Erwachsene und ich will auch nicht, dass du so bist für mich.

Ich mache mir Sorgen. Ich würde gerne mal wieder bei dir vorbeikommen und über die Sache reden. Ich will Kaugummibonbons! Von dir.

Deine Anna