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Volle Dröhnung

Technobeat, Alkoholexzess, Rauschgiftkonsum. Lassen wir einmal gängige Assoziationen zur „vollen Dröhnung“ beiseite. Ein anderer Blickwinkel heute: Es geht um hörendes Gebet.

Viele Menschen haben ein negatives Bild von Kirche und Gemeinde. Oftmals nicht ohne Grund. Aus meiner Großeltern-Generation habe ich ein völlig verqueres Gottesbild übermittelt bekommen. Die Vorstellung von einem strafenden allmächtigen Gott, der vom Himmel aus harsches Regiment führt gegen alle Kinder, die nicht lieb, brav und gehorsam sind, ist weit entfernt von dem, was ich inzwischen von Gott weiß. Manchmal frage ich mich, wie es in der Christenheit über so lange Zeit möglich war, entgegen der neutestamentlichen Botschaft, ein solches Bild aufrecht zu erhalten. Menschliches Versagen? Versäumnis der großen Kirchen? Für diesen Beitrag ist das nicht wichtig – ich schreibe keine wissenschaftliche Abhandlung.

Ich habe die Reset-Taste gedrückt. Ich habe Gott, Kirche und Gemeinde neu kennengelernt. Nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. Erste Erkenntnis: Gott ist Liebe! Dies nicht nur aus Predigten und der Bibel herauszulesen, sondern selbst zu begreifen, auf welch vielfältige Weise Gott mich liebt, das dauert. Mehr und mehr Gottes Liebe in meinem Leben zu erfahren, sprengt alle meine bisherigen Erwartungen. Eine Erfahrung Seiner Liebe ist, dass Gott zu mir spricht. Weise, gnädig und barmherzig. Wenn ich mich Ihm bewusst zuwende und meine Ohren öffne, höre ich Ihn. Manchmal klar und deutlich. Manchmal eher unpräzise, unverständlich. Das verwirrt mich und ich wende mich ab. Ich frage andere Menschen um Rat. Die Erfahrung ist jedoch, dass niemand so gut über mich Bescheid weiß, wie Er. Rat von außen kann hilfreich sein. Doch vielmehr ist mir nun bewusst, dass es – wie in zwischenmenschlicher Kommunikation – bei Gott darum geht, nachzufragen, wenn ich etwas nicht genau verstanden habe, im Kontakt zu bleiben oder im Konfliktfall das Gespräch erneut zu suchen. Diesen „Vorgang“ nenne ich hörendes Gebet. Im genauen Hören auf Ihn steckt eine von mir noch wenig genutzte Ressource.

Im Hören auf Gott erfahre ich echte Liebe, keinen Richterspruch. Im Hören auf Gott erlebe ich: er hat mir jede Menge zu sagen. Gestern habe ich Ihm stundenlang zugehört. Das war meine „volle Dröhnung“. Das Schöne ist: Ich weiß genau, was gestern war und wer ich heute bin. Das fühlt sich gut an!