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Zahnhygiene und Werte

Wo sind sie geblieben…unsere Werte? Im Zeitalter des „everything goes“ frage ich mich das ab und an. Manche nennen es Toleranz, dass jeder tut, was er will und dass die wenigsten das juckt. Jedenfalls nicht, solange es eh zum Mainstream gehört. Ich nenne es eher übermäßigen Hedonismus oder Unverstand. Obwohl ich darüber nicht urteilen möchte. Nun ja. So oder anders frage ich mich, ob es so gut ist, wenn jeder tut und lässt, was er will. Ist das die Freiheit, die ich mir wünsche, die du dir wünscht?

Ich weiß nicht, wie oft du deine Zähne putzt. Ich tue es zwei- bis viermal pro Tag. Mir macht Zähneputzen Spaß. Und ich nutze Zahnseide. Ich hege und pflege meine Zähne.

Warum ich das hier anspreche? Weil ich Werte genauso für pflegenswert halte wie Zähne.

Wenn ich Maß halte bei einem „All-you-can-eat-Buffet“, ist das „unverständlich“. Wenn ich keine Lust habe, Samstagabend mit auf eine Party zu gehen, bei der 90 Prozent der Leute bis an die Kante trinkt, dann bin ich „uncool und langweilig“. Wenn ich das Thema „kein Sex vor der Ehe“ in Gespräche bringe, komme ich unter Umständen in die Sparte „nicht zeitgemäß, weltfremd, bekloppt“, als bräuchte mein Denken eine Generalüberholung.

Ich habe mir lange Zeit nicht viel aus Werten gemacht, weil ich meinen eigenen Wert verkannt habe. Inzwischen mag ich mich ziemlich gern und freue mich daran, mir meinen Wert zuzusprechen. Die Meinungen von Außen werden unwichtiger, wohingegen es mir immer wichtiger wird, meinen Wert zu verteidigen und meine eigenen Werte zu vertreten. Es reicht nicht, Werte zu haben – ich muss mich um sie kümmern. Ich versuche, mein Leben danach auszurichten und meine Werte zu pflegen.

Ich habe mit Freuden festgestellt: meine Zahnhygiene hat sich bewährt. Beim Vorsorgetermin, sagt mir meine Zahnärztin jedes Mal, dass ich top-gesunde Zähne habe. Ach wie schön! Da es nix groß zu machen gibt, mache ihr dann ein Kompliment: Sie hat meistens absolut geile Klunker-Ohrringe und ist um 8:00 Uhr die freundlichste Person, die mir je begegnet ist. Komplimente sind aus der Mode gekommen. Aber ich liebe Komplimente! Wertschätzung und Ermutigung sind für mich wichtige Werte. Es macht mir Spaß, meine Werte im Alltag zu kultivieren. Mir ist gleich, ob du es tust oder nicht – jedem seine (selbst definierte, Gott gegebene) Freiheit. Ich bewerte dich nicht nach deinem Wertekanon (ich habe zurzeit andere Dinge zu tun). Dennoch: Ich glaube, so ein bisschen Pflege schadet den Werten nicht, genauso wenig wie meinen und deinen Zähnen.

Abschließend noch ein Link zu einer guten Predigt unseres Gemeindeleiters zum Thema „Beziehungen und Lebensstil“. Da geht es auch um Werte…Lohnt sich mal reinzuhören!

Lady Di & Jesus

Als ich die bepflanzte Dianakiste sah, dachte ich an Lady Di. Also schnell in die Rolle der Paparazzi schlüpfen und den Auslöser drücken. Als Diana Frances Spencer, Prinzessin von Wales, 1997 ums Leben kam, war ich 13 und im Urlaub in Tunesien. Von ihrem Verkehrsunfall erfuhr ich aus einem Stapel Bildzeitungen am Hotelkiosk. Da registrierte ich auch ihren Beinamen als „Königin der Herzen“. Ich habe dem Trubel um ihre Person kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Ich habe mich nie wirklich für Königshäuser interessiert. Stattdessen konnte ich mich für „Königin Pastete“ und die Kakteenblüte einer „Königin der Nacht“ begeistern.

Am Aufsessplatz in der Nürnberger Südstadt ist gerade Kirmes. Da las ich im Vorbeiradeln an einer Süßwaren-Verkaufsbude die Aufschrift „Königin der Nüsse“. Wir Deutschen lassen uns scheinbar gut mit Royalem locken. Etwas Adel muss wohl auch hierzulande sein. In Ordnung.

Zurück zum Ausgangspunkt dieses Blogbeitrages: Wie komme ich auf den Titel „Lady Di & Jesus“? Nun. Ich frage mich: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Lady Di und Jesus? Was denkst du?

Ich sage ganz klar: „Ja!“ Nämlich: Beide hatten starken Vorbildcharakter. Sie als künftige Königin Englands, Er als verächteter und geehrter König der Juden. Beide hatten Befürworter und Gegner. Beide haben sich für das Wohl der Menschen eingesetzt. Beide sind auf tragische Weise ums Leben gekommen. Soweit eine Skizze des Zusammenhangs. Kein Vergleich!

Vorbilder zu haben – männliche und weibliche – ist wichtig. Gott sei dank gibt es auch in unserer Gesellschaft immer wieder Personen, die wir uns zum Vorbild nehmen können. Ich finde es dennoch schade, dass sich der Großteil junger Menschen heutzutage eher für Menschen wie Nelson Mandela, Che Guevara oder den Dalai Lama interessiert als für Jesus. Woran liegt das? Ich frage mich: Würden sich die Paparazzi so auf Jesus stürzen wie auf Lady Diana? Würden die Tageszeitungen, Glamour- und Lifestylemagazine ihn als uninteressant für den Mainstream klassifizieren? Bekäme Jesus eine Doppelseite, einen Zweizeiler im Newsticker oder würden Text und Bild in der Schublade landen, um dann vielleicht einmal eine Lücke zu füllen?

Ich erlaube mir und dir dieses Fragen und lasse dir selbst den Freiraum, zu antworten. Bei aller Medienkritik, beobachte ich, wie Jesus im Internet Raum und Aufmerksamkeit bekommt. Mein Blog ist ein Beispiel dafür. Und es gibt soviel mehr. Das freut mich! Ich will dich abschließend auf eine schweizerische Internetseite hinweisen: www.jesus.ch. Dort gibt es eine spannende Beitragsserie zu Jesus als Vorbild. Königlich! Klick dich ein!