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Plötzlich

Mein letzter Blogbeitrag ist eine ganze Weile her. Wie ich es in meinem letzten Artikel geschrieben habe, poste ich seit einiger Zeit bei Instagram und gebe dort meinen Gedanken die nötige Freiheit.

So ist das.

Im April vor drei Jahren habe ich mit diesem Blog begonnen. Meinen ersten Beitrag begann ich mit dem Zitat einer Postkarte: „Und plötzlich weißt du, es ist Zeit etwas Neues zu beginnen und der Freude des Anfangs zu vertrauen.“ Das waren Worte, die mich bei meinem Neustart in Nürnberg gestützt haben. Es gab einen Anfangsmoment und danach eine drei Jahre dauernde Phase des Beginnens, Orientierens, Neujustierens: Umzug, Umschulung, neuer Job, neue Beziehungen.

Und jetzt? … ich finde mich in einer radikal anderen Situation wieder als die, die mich vor Jahren zu einem Neuanfang bewog. Diese neue Situation ist das Ergebnis der letzten drei Jahre Ausharren und Nichtaufgeben, mutig sein, Entscheidungen treffen, kämpfen.

In diesen Tagen, wenn ich mit meinem neuen Cabrio von der Arbeit in unser neues Zuhause fahre, da fühlt es sich an, als wäre diese Wende in meinem Leben ganz „plötzlich“ eingetreten. Ich staune darüber, wie viele meiner Hoffnungen sich erfüllt haben. Ich kann es kaum glauben. Ich freue mich daran, dass endlich so vieles nicht nur in mir, sondern auch um mich herum anders, neu und schön ist.

Dein Wind

Dein Wind stoppt die Tränenflut.
Er befreit,
lässt mich Großes ahnen,
lässt mich Großes fühlen,
wo nichts ist für die Anderen.
Wo du bist für mich.
Als Antwort auf mein Rufen.
Auf mein Schreien.

Du bist der du bist.
Größer.
Stärker.
Höher als alles Andere.

Deine Liebe.
Deine Kraft.
Sanft. Rauh.

Du kommst in der Not.
Gehst, nachdem Frieden eingekehrt ist
in mir.
Veränderung.
Licht.

Kommst wieder.
Immer wieder.

Abendstimmung

„Zur Zeit des Abends, da wird Licht sein.“ Sacharja 14:7

Sommerabend: Angenehm warm, Grillen zirpen. Ich fühle mich frei, geliebt und liebe das Leben. Ich blicke entspannt über den Balkon und genieße das So- und nicht Anderssein.

Partyabend: Feiern, an nix denken, abtanzen.

Lagerfeuerabend: Mit Stockbrot unterm Sternenhimmel, Gemeinschaft, Rauch und Geschichten.

An solchen Abenden lebe ich den Moment. Bombastische Sommer-Party-Lagerfeuer-Abendstimmung! Die Zeit steht still. Gottes Herrlichkeit ist greifbar. Die Dunkelheit, in der sich die Szenerie abspielt, verleiht solchen Abenden eigentlich erst ihren ganz besonderen Glanz, sogar einen gewissen Zauber. Da ist es Licht im Dunkel und der oben zitierte Vers passt.

Es gibt allerdings auch Abende, da wünsche ich mir sehnlichst schon den nächsten Tag herbei. Da erscheint mir der Abend alles andere als lichterfüllt. Ich bin erschöpft, unzufrieden, fühle mich vollkommen unverstanden. Akkus leer. Stimmung im Keller. Ich habe versagt, mich runter gemacht, mich auf den alten Wegen verloren.

Die Abendstunden füllen sich mit Zweifel, Angst und Agression. Trauer nimmt überhand. Flehen, Bitten, Sehnsucht, die mich treibt: „Hilf mir, Gott! Hilf mir!“

Im Schlaf, ausgeweint, komme ich zur Ruhe. Ich atme ein und aus. Atmen heißt Leben. Während ich schlafe, wartet Gott mit einem neuen Tag auf mich. Liebe ist in der Luft und Licht bricht schließlich die nächtliche Finsternis. Leise höre ich Gott summen: „Ich bin bei dir.“

Im Sturm der Mächte vernehme ich seine Worte. Am frühen Morgen, sehe ich, was wahr ist. Gott führt mich durch das Dunkel hindurch. Gerade in Momenten, in denen mir alles schwarz und düster vorkommt, knipst er sein Hoffnungslicht an. Mit diesem „Gott-ist-mit-mir-am-Abend-und-am-Morgen“ Gefühl sehe ich, dass alle göttlichen Scheinwerfer auf mich gerichtet sind. Ganz entspannt, an nix denkend, beginne ich, frei und voll Feuer zu tanzen. Denn es gibt nur diesen einen Moment. Einen Moment mit bombastischer Sommer-Party-Lagerfeuer-Abendstimmung!

Gebetswehen

Nimm den Schmerz aus meinem Herz!

Ja, ich gesteh, zutiefst betrübt:
Bitten über Bitten.
Statt Dankbarkeit.

Zuviel an Leid,
das ich da seh.
Die blanke Wahrheit.
Sie tut weh.
Bringt meine Welt zum Kippen
schier.
Und mir
obliegt die Wahl:
Entscheid ich mich für’s Böse gar,
nehm’s Gute statt der Qual?

Für wen, für was, wo leb ich hier?
Plage mich ab.
Ringe mit dir.

Krallend am Kreuz, Herr, wind ich mich
dein Kind bin ich – voll Kummer noch,
so fleh ich, Gott: „Hol mich da raus!
Ich bitte dich. Zeit ist es doch.“

Du packst mich, brüllst,
mit harter Hand, greifst meinen Arm:
„Schau mein Gesicht,
warum, ich kam!
Nimm endlich an, was ist.
Bin da für dich.
Glaub’s jetzt!
Stets.
Ewiglich.“

Hier ist er, ach, der Löwenmann!
Der mich sieht, kennt, liebt, und
auch ins neue Leben führt.

Ich atme auf. Kehr um.
Zum „Danke!“ hin.
Zu Ihm.

Umgeben ganz von Dunkelheit
entkommen wir der Last.
In deinem Schoß, bei dir.
Es ist soweit.
Nun schweben wir.

Im Licht.
Kein Schmerz, der sticht.
Die Seele heil.
Im Herzen ganz.
Leben in Eden.
Du und ich eins.

Ein Rosenbett, in Frieden ruhn,
ein Lächeln gleich. Nichts, ist zu tun.

Glaube gebiert wirres Gebet,
wo der Wind weht, sich dreht und ich schwinde,
da ist’s, wo ich – schmerzfrei – mein Herz wieder finde.